Gesellschaft für Papier-Recycling mbH

Arbeitsgemeinschaft Graphische Papiere

Selbstverpflichtung zur Rücknahme und Verwertung gebrauchter graphischer Papiere
(Vereinbarung mit Bundesumweltminister Prof. Töpfer vom 14. Oktober 1994)

1. Die Verbände und Organisationen der AGRAPA

  •     Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) / Gesellschaft für Papier-Recycling mbH (GesPaRec), Bonn
  •     Verein der Deutschen Papierimporteure (VDPI) / P.R.INT. GmbH, Hamburg
  •     Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels, Celle
  •     Bundesverband Druck, Wiesbaden
  •     Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Bonn
  •     Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), Bonn
  •     Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Bonn
  •     Bundesverband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten (Presse-Grosso), Köln
  •     Bundesverband des Deutschen Versandhandels, Frankfurt
  •     Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt


2. Der Inhalt der Selbstverpflichtung

A. Die deutschen Hersteller graphischer Papiere verpflichten sich:

die stoffliche Verwertung graphischer Altpapiere, bezogen auf den Gesamtverbrauch graphischer Papiere , wie folgt zu steigern:
                bis 31.12.1994 53 %
                01.01.1995 - 31.12.1996 55 %
                01.01.1997 - 31.12.1999 58 %
                ab 01.01.2000 60 %
soweit möglich, recyclingfreundliche Faserstoffe, Papierhilfsmittel und Füllstoffe einzusetzen, die eine Verwertung nicht behindern;
Forschung und Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der stofflichen Verwertung graphischer Altpapiere zu fördern.

B. Verleger und Druckindustrie verpflichten sich:

soweit technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar, zunehmend altpapierhaltige Papiere einzusetzen und diesbezüglich auf ihre jeweiligen Auftraggeber einzuwirken;
soweit wie möglich Fertigungsmaterialien und –hilfsmittel (insbesondere Druckfarben und Kleber) und Drucktechniken einzusetzen, die eine Verwertung nicht behindern;
Forschung und Entwicklung recyclingfreundlicher Materialkombinationen, Endprodukte und Produktionsabläufe zu unterstützen.

C. Importeure von Papier und Papierprodukten und der Papiergroßhandel verpflichten sich:

auf ihre Lieferanten einzuwirken, soweit technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar, mehr Altpapier einzusetzen;
auf ihre Lieferanten einzuwirken, soweit möglich recyclingfreundliche Faserstoffe, Papierhilfsmittel und Füllstoffe einzusetzen, die eine Verwertung nicht behindern;
auf ihre Lieferanten einzuwirken, Forschung und Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der Verwertung graphischer Altpapiere zu fördern.

D. Der Papiergroßhandel verpflichtet sich, den Vertrieb altpapierhaltiger Papiere durch eine Ausweitung bzw. Diversifizierung des Angebotes zu fördern.

3. Weitere Zusagen

Die gesamte graphische Papierkette steht den entsorgungspflichtigen Körperschaften oder deren beauftragten Dritten beratend zur Verfügung, um in der jeweiligen Region eine kostengünstige und qualitätssichernde Altpapiererfassung zu fördern. Das gleiche gilt für die Vermarktung der erfaßten Altpapiere im In- und Ausland sowie für eine umweltverträgliche thermische Verwertung von Altpapierübermengen und Reststoffen.
Durchführung von 5 Modellversuchen in verschiedenen ländlichen und städtischen Gebieten mit unterschiedlicher Siedlungsdichte und Bevölkerungsstruktur. Die Versuche sollen Auskunft darüber geben, unter welchen Sammel-, Erfassungs- und Verwertungsbedingungen die umweltpolitische Zielsetzung der Bundesregierung am kostengünstigsten erreicht und damit ein Beitrag zur Entlastung der Kommunen geleistet werden kann.
Gründung des AGRAPA-Altpapierrates.
Zu seinen Aufgaben gehört neben der Umsetzung der Verpflichtungen: die Dokumentation des Geleisteten und die Erfolgskontrolle, die Lösung aufkommender Probleme, die wissenschaftliche Entwicklung und Begleitung der übernommenen Verpflichtungen.

    Ständige Gäste im Altpapierrat:

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltbundesamt
  • Bundeswirtschaftsministerium
  • LAGA - Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
  • Kommunale Spitzenverbände
  • Deutscher Städte- und Gemeindebund
  • Deutscher Landkreistag
  • Deutscher Städtetag

26. September 1994

AGRAPA: Selbstverpflichtungszusage mit Verwertungsquote von 82,6 Prozent auch im Jubiläumsjahr eingehalten

Die Arbeitsgemeinschaft Grafische Papiere (AGRAPA) hat für das laufende Berichtsjahr eine Verwertungsquote von 82,6 Prozent ausgewiesen. Dies gab die AGRAPA am 2. Juli 2019 in Berlin bekannt. Der Vertreter des Bundesumweltministeriums hob im Rahmen der Sitzung in Berlin den besonderen Erfolg der AGRAPA hervor, die in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum feiert. Die grafische Papierkette habe erneut bewiesen, wie erfolgreiche Selbstverpflichtungen der Industrie funktionieren können. Der erreichte Wert von 82,6 Prozent liege deutlich über der in der AGRAPA-Selbstverpflichtung zugesagten Verwertungsquote.

Das Bundesumweltministerium würdigte darüber hinaus in der Sitzung auch die Anstrengungen der AGRAPA zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Verwertung von grafischen Papieren. In der Sitzung der AGRAPA-Trägerverbände wurde zudem Herr Volker Hotop, Geschäftsführer der Frankfurter Societäts Druckerei, als Vorsitzender der AGRAPA bestätigt.

 

AGRAPA-Vertreter zu Gesprächstermin im Umweltministerium

 

Der im Sommer neu gewählte AGRAPA-Vorsitzende, Volker Hotop, Geschäftsführer der Frankfurter Societäts Druckerei, war in dieser Woche zu einem ersten Gesprächstermin bei dem – für die AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung zuständigen  Unterabteilungsleiter „Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft“, Dr. Christoph Epping, im Bundesumweltministerium in Bonn. Dabei informierten Vertreter der AGRAPA Dr. Epping, der die Nachfolger des langjährigen Leiters Dr. Thomas Rummler im Sommer angetreten hat, über die erfolgreiche Arbeit der Selbstverpflichtung der grafischen Papierkette und über die Pläne für das im kommenden Jahr bevorstehende 25jährige Jubiläum der AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung. Dr. Epping zeigte sich in der anschließenden Diskussion beeindruckt von der erfolgreichen Umsetzung  der AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung und den Anstrengungen aller Beteiligten in der grafischen Papierkette in den vergangenen Jahren. Zudem äußerte er sich positiv zu den Pläne für einen Jubiläumsempfang der AGRAPA-Trägerverbände, zu denen auch der VDP gehört, im kommenden Jahr durch Umweltministerin Schulze.

(Foto: Thomas Schmidt-Unterseh, BMU; Volker Hotop, AGRAPA-Vorsitzende; Dr. Christoph Epping, BMU; Martin Drews, GesPaRec)