Papierherstellung und Recycling - ein geschichtlicher Überblick
Die Wiederwertung von Papier, Karton und Pappe ist fast so alt wie die Erfindung des Papiers.
Im Jahre 105 n.Chr. gab der chinesische kaiserliche Hofbeamte Tsai Lun das Geheimnis der Papierherstellung preis: Chinagras, Baumwolle und Bastfasern des Maulbeerbaumes wurden mit Wasser zu einem Faserbrei aufgeschwemmt. Der folgende Schöpfvorgang mit einem Sieb bildete die Grundlage zur Blattbildung, die mit Pressen und Trocknen ihren Abschluß fand.
Im Jahre 1276 wurde in Europa, in Fabriano, südlich von Rom, die erste Papiermühle errichtet.
1366 garantierte die Stadt Venedig der Papiermanufaktur in Treviso den exklusiven Bezug von hadernhaltigen Textilabfällen. Bis ins 19. Jahrhundert waren Hadern der wichtigste Faserrohstoff zur Papiererzeugung.
1390 gilt als das Jahr der ersten Papierherstellung in Deutschland, und zwar in Nürnberg in der Papiermühle von Ulman Stromer.
Im Jahre 1829 wurde dann der chemische, und 1843 von Friedrich Keller der mechanische Aufschluß von Holz erfunden, also die Zellstoff- bzw. Holzstoffproduktion. Damit begann die Erfolgsgeschichte der holzbasierenden industriellen Papierproduktion sowie, damit verbunden, auch die Wiederverwertung von Papier in der Form von Altpapier.
Die beiden Weltkriege brachten schwere Rückschläge, konnten aber den Siegeszug des Altpapiers nicht aufhalten.
Zu Beginn der 50er Jahre hatte die Papierindustrie in Westdeutschland eine Produktion von 1,56 Mio. t, einen Papierverbrauch pro Einwohner von 32,2 kg und einen Altpapiereinsatz von immerhin schon 470.000 t.